DER GEIST DER WELT


THE SORCERER

Das Wesen des Geistes

Der Geist der Welt ist von dieser Welt, durch diese Welt, mit ihr und in ihr. Er ist nicht universal. Und er zieht gnadenlos sein Ding durch, das, was wir Schicksal nennen. 

Der Geist der Welt hat zunächst und zutiefst das Bewusstsein eines immerwährenden Friedens wie es etwa die Kristalle haben. Und er versteht die enormen Kräfte, die es braucht, kristalline Strukturen zu vernichten. Nur er selbst wäre sein eigener Zerstörer und das würde den gesamten Planeten von Materie in Energie verwandeln.

Dann empfindet der Geist die polare Welt: das Einsaugen und Ausstoßen, das Licht und den Schatten, Wachstum und Ruhe,... Und in diesem vollen Verstehen der waltenden Ursachen und Wirkung empfindet der Geist der Welt auch das Reich der Pflanzen, das Reich der Winde und der Meeresströmungen.

Mit seinem Willen trägt er auch die Verantwortung für Alles, was von ihm ausgeht. Er übernimmt aber keinerlei Verantwortung für irgendetwas anderes. Im diesem Verständnis, im mitleidlosen Mitempfinden aller Kreaturen, die mit dem Rücken zum Himmel weisen, wirkt er, ohne zu werken, denn in seinem Verständnis sind die Kräfte immer ausgewogen..
Dieses Bewusstsein, sein bewusstes Sein, ist so enorm und intensiv, es würde jeder Beschreibung spotten. Er empfindet die Welt mit allen, wirklich allen Sinnen die Mineralien und Pflanzen besitzen, darüber hinaus empfängt und empfindet er die Welt durch sämtliche Sinne, die alle lebenden Tiere zusammengenommen haben. Jetzt.

Und dann kommen wir dorthin, wo das beginnt, was wir "Ich","Bin".und "Mensch" nennen. Die einzige Möglichkeit, sich diesem Geist der Welt zu nähern ist halb Tier, halb Mensch zu sein, denn ein Tier würde niemals die Fehler eines Menschen begehen. Mit Eigenschaften und Fähigkeiten aus dem Reich der Tiere, aber auch mit dem Verstand des Menschen gerüstet, so wie es manche Krieger-Schamanen tun.

Die Frage, ob unsere Welt, wie wir sie kennen, untergeht, ist wahrscheinlich so alt wie die denkende Menschheit selbst. Sie verändert sich, das ist gewiss. 
Für den einen zu schnell. für andere zu langsam. Das ist subjektiv und der Welt völlig egal. Sowie der Welt das Schicksal der Menschheit egal ist und das, obwohl wir diese Zeit das Anthropozän nennen. Selbstherrlich nennen wir es das Zeitalter des Menschen. Ja, wir können stolz sein auf all die Veränderungen, die wir an unserem Planeten  vorgenommen haben: 

Immer weniger Arten, dafür immer mehr Menschen. Immer mehr Bedürfnisse, die wir mit immer mehr Katastrophen bezahlen. Aber auf Zerstörung folgt Aufbau. Nichts bleibt, wie es ist, einzig der Wandel bleibt. Und dessen einzige Eigenschaft ist die größtmögliche Beweglichkeit.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Erstarrtes unter die Räder kommt, vergeht. Einfach deshalb, weil die Welt eben nicht starr ist. Auch wenn manche die Welt gerne als einen verlässlichen Partner sehen würden:  immer da, immer gut, und immer unter Kontrolle. Die Welt ist nicht so.

Der Welt ist das doch völlig egal, wie wir sie gerne hätten. Sie wandelt innerhalb ihrerer eigenen Gesetze und eines dieser Gesetze ist sicher: Die Kräfte der Welt halten sich die Waage. Immer und erbarmungslos.

Das ist nicht das Entscheidende. Das Entscheidend ist, WIE sich die Kräfte begegnen, auf welche Weise. Das geht von absolut tödlich bis hin zur völligen Hingabe. Die Wahl liegt dabei auch beim Menschen. Nachbarn können sich bekriegen oder lieben.

Findet der Ausgleich der Kräfte -   bezogen auf einen bestimmte Region, einen Ort - nicht gleichzeitig statt, dann eben zeitlich nebeneinander. Was bedeutet. Vorher und nachher, früher oder später. Und dann kehrt sich das Eine in sein Gegenteil um. 


Das Komplementärprinzip

Dieses allumfassende Prinzip erhält das Gleichgewicht der Pole aufrecht - unabhängig davon, was Menschen tun oder nicht tun. 
Dieses Prinzip addiert alle Veränderungen zur Unveränderlichkeit.

Da die Polarität die Unfähigkeit mit sich bringt, die beiden Aspekte einer Einheit gleichzeitig zu betrachten, zwingt sie somit zum Nacheinander, wodurch die Phänomene "Raum", "Rhythmus" und "Zeit" entstehen.

Das "Sowohl-als-auch" wird somit in ein Entweder-Oder zerlegt und über den Umweg Zeit zwingt dieses Komplementärprinzip nach Verwirklichung eines Pols den Gegenpol in die Manifestation. Aber: Ohne die entsprechende Affinität kann es niemals zu einer Manifestation kommen. 

Ein Beispiel: Atomkraft - Tschernobyl - Super-GAU

Heute ist das Gebiet ein Paradies für Wildtiere. Sie vermehren sich dort prächtig und ungestört. So wird auch das Gebiet um Fukushima irgendwann einmal ein Nationalpark mit begrenzter Aufenthaltsdauer für Besucher sein.

Es ist das große Geheimnis, 

das zu unserer Zeit jeder Wissende kannte: 
die Menschen schaffen die Welt, die sie umgibt, 
durch das, was sie denken, jeden Tag neu.

Oder man liefert sich aus, lässt meinetwegen Gott die Verantwortung tragen, er wird es schon richten. Und der Mensch macht sich die Erde weiterhin untertan. Was das bedeutet, ist jedem hinreichend bekannt. Es bedeutet vor allem eins: jede Menge Opfer:

In der Antike die Römer: sie machten das Mittelmeer zu ihrer Badewanne. Die Wikinger taten es ebenfalls und nahmen sich den Atlantik dazu. Die Kreuzritter machten Levante und den Nahen Osten unsicher.Die spanischen Konquistadoren nahmen sich Mittel- und in Südamerika.Vom Sklavenhandel in Afrika bis zur Apartheit in Südafrika.Europäische Siedler rotteten american und australian Natives aus.Nicht zu vergessen: Napoleons Feldzug gegen Russland.Die Kolonialmächte: Die Briten und die East India Company.Mit Hitler und die USA gegen den Rest der Welt ist die Liste vorerst mal vollständig. Alles aus einem einzigen Grund: Gewinnmaximierung, auch Gier genannt.

Und die Gier wurde und wird natürlich schön begründet oder bemäntelt: entweder man schürt Angst vorm Nachbarn, der dann mit allen kriegerischen Mitteln, unbedingt und am besten im Namen .........(* gewünschtes bitte eintragen: z.B. "Gottes","des Kaisers",...) bekämpft werden muss. Beliebt bei Machtkämpfen sind auch die "für" - Floskeln: "für Freiheit", "für´s Vaterland", etc.

Wie es sich damit verhält, dazu könnte die Novelle 
"SHARIDAH - der Marktplatz der Dämonen" 
einen neuen Denkansatz bieten.




Der Weg zum Geist der Welt 

Man kann sich ihm nähern: Dies geschieht, wie alles, durch Verstehen und Verständnis und durch Empathie. Je gelassener, desto eher erhascht man schon den ersten leichten Kontakt mit ihm. Es fühlt sich an wie wenn sich ein großer Kreis der Erkenntnis schließt. Für manche, die sich besonders angestrengt, kasteit, verrenkt oder sich selbst sogar gepeinigt haben, fühlt es sich wie eine äußerst erhebende und befreiende Erleuchtung an. Die zählen nicht, denn meist schwelgen sie sofort in ihrem vermeintlich einzigartigen Erlebnis, sind zu Tränen gerührt, manche gar hysterisch. Das Gegenteil von Gelassenheit und ganz weit weg vom kristallinen Frieden. 

Jene aber, die die Chance auf eine Chance erkennen, sie wahrnehmen und ihr folgen, diese leben dann in dieser Erkenntnis. Sie können nicht anders, denn diese eine Erkenntnis brennt sich ein bis in die jüngste Zelle. Und egal, wie sie zur Entscheidung kommen, es wird immer eine sein, die sie näher dem Geist der Welt bringt. Sie müssen glauben, denn das Licht der Erkenntnis - es ist aber genau so gut der Schatten seiner Kraft - geht nur einmal über jeden hinweg. Entweder man folgt ihm oder bleibt zurück. Für immer, denn eine zweite Chance gibt es nicht. Nicht mehr in diesem Leben. 

Irgendwann begegnen wir unseren wahren Feinden. Die Wahl, wann es soweit sein wird, liegt dabei bei den Feinden. Die Angst ist so ein Feind. Sie springt irgendwo und unverhofft hervor und so manchen hat sie schon zur Strecke gebracht. Verstehen, Verständnis und Mut besiegt diesen Feind. Irgendwann und für immer. Hat man seine persönlichen Ängste endlich besiegt, auch die Todesangst, und ist man mit seinem eigenen persönlichen Tod vertraut, hat ihn vom Feind zum Freund gemacht, der als einziger den menschlichen Geist beruhigen kann wenn er flüstert: "Noch habe ich dich nicht berührt.", dann ist man frei und gelassen im Urvertrauen, denn seinem ärgsten Feind ist man schon begegnet. 

So ist der Krieger bereit, sich seinem nächsten Feind zu stellen. Und jeder, der seinem Tod auf bestimmte Weise begegnet ist, wird sich bewusst, was es heißt, ein Krieger zu sein. Nicht nur die Erkenntnis der völligen Einsamkeit trifft den Krieger wie ein Schock. Ein Schock, mit dem er fertig werden muss, denn es warten noch jede Menge Feinde am Weg zum Geist der Welt.

Es gibt eine Haltung, die schon sehr früh in der Geschichte erkannt wurde und von einem alten Volk und dessen Weisen in Worte gefasst wurde.

TAO TE KING 

Lao Tzu

Wer da sagt: schön, schafft zugleich: unschön.
Wer da sagt: gut, schafft zugleich: ungut,
Bestehen bedingt: nicht bestehen,
verworren bedingt: einfach,
hoch bedingt: nieder, 
laut bedingt leise, 
bedingt bedingt: unbedingt, 
jetzt bedingt: einst.

Also der Erwachte: 
Er wirkt, ohne zu werken, er sagt, ohne zu reden.
Er trägt alle Dinge in sich, zur Einheit beschlossen.
Er erzeugt, doch besitzt nicht; er vollendet Leben,
beansprucht nicht Erfolg.
Weil er nicht beansprucht, erleidet er nie Verlust.


Auch YANG DSCHU sagte Ähnliches:


Wer Gutes tut, tut es wohl nicht um des Ruhmes Willen,

aber doch wird ihm der Ruhm folgen.

Der Ruhm hat an sich nichts mit Gewinn zu tun,

aber doch wird ihm der Gewinn folgen.

Der Gewinn hat an sich nichts mit Streit zu tun;

aber doch wird sich der Streit an ihn heften.

Darum hütet sich der Edle, Gutes zu tun.