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DER SPRUNG INS NAGUAL


Das Wesen des Nagual

Nagual hat eine Vielzahl von verschiedenen Bedeutungen. 
Nagual nennt man jene, von denen man annimmt, dass sie zu einer Metamorphose fähig sind.
Nagual ist Der Würdige Gegner des Geistes der Welt. 
Wenn das Nagual, das Unwahrscheinlich, über das Tonal - die Welt, wie wir sie kennen -, hereinbricht, dann ist die Welt des Alltags in seinen Grundfesten erschüttert. Es springt einen förmlich an.
Kriegergeist 80 x 100 cm Oil/Canvas
"Es ist die Kunst des Kriegergeistes, den Berglöwen, 
die Wasserratten und die Menschen auf eine Stufe zu stellen. 
Es erfordert Kraft, dies zu tun."    
Don Juan Matus zu Carlos Castaneda

Der folgende kurze Film - auf "mysteriös" gemacht - zeigt wahrscheinlich einen Sprung ins Nagual.
Dieser Sprung, der in dem Fall nicht tödlich wäre, ist eine Art Prüfung. Dabei muss der Schüler der Zauberei während des Sturzes eine neue Welt zusammensetzen, wenn er nicht durch den Aufprall sterben will. So wie es scheint, gelang dies in dem Film, der aber genau so gut ein Hoax sein kann.


DIE DEM TOD TROTZEN


DEATHDEFIERS 


Die folgende kurze Doku ist leicht zu widerlegen. Doch wozu führt dies? Nur weiter in eine Welt, die vorhersagbar ist und in tödlicher Langeweile endet. Die Welt ist ein Mysterium und als solches sollten wir sie auch betrachten. Dann ist viel mehr möglich, als es jetzt schon ist.

Die Handlung des Films ist schnell erklärt: 
Miguels Vater wird von 2 Träumern mitgenommen, um anderswo und unerkannt weiterzuleben. Als einer, "der-dem-Tod-trotzt". Auf diese Weise leben sie schon viele hunderte Jahre die "deathdefiers".. Sie tun es als makellose Krieger-Schamanen und verwenden dazu das Nagual. Deshalb ist dies für sie möglich. Sie tauchen in jenen Teil der Wirklichkeit, den nur wenige zu nützen wissen.

Die Filmaufnahmen stammen aus dem Jahr 1953

und was da passiert ist Folgendes:

Zuerst trennt der Schamane den Alltag vom Nicht-so-alltäglichen.
"
Außergewöhnliches Handeln führt zu außergewöhnlichen Situationen

Er tut dies, indem er auf dezente Zeichen der Umgebung achtet
und mit ihnen umzugehen weiß. Eine Reihe solcher Handlungen
führen - ihrer Natur gemäß - zu außergewöhnlichen Situationen.
Es summiert sich mit der Zeit.

Im Gegensatz zum normalen Menschen,
- der auf solche Zeichen weder achtet oder sie überhaupt kennt -
und deshalb kaum mit dem Unmöglichen in Kontakt kommt,
sucht der Krieger-Schamane diese besonderen Momente.
Er erkennt die Chance auf eine Chance.

Dies ist mit ein Grund, warum es nur ganz wenige Zeugen gibt,
 und das sind meist selber Krieger-Schamanen.

Sie sind längst und oftmals "nach der Eidechse links" abgebogen
und haben mit der Welt der kleinen Tyrannen
nur mehr wenig gemeinsam.  



DIE ARENA DER KRIEGER



Das Buch zur Story

Menschen schreiben aus unterschiedlichsten Gründen ein Buch. Ich tat es wegen eines einzigen Wortes: „unvorstellbar“. Ein Journalist verwendete es im Zusammenhang mit meiner Verhaftung. „….wird er unter unvorstellbaren Bedingungen den Rest seines Lebens verbringen“. Seither sind mehr als fünfzehn Jahre vergangen.

Die Erinnerung ist eine  vergängliche Sache, fortwährend wechselnd, oftmals eine Lügnerin. Aufzeichnungen aus jener Zeit - eher Skizzen -waren maßgebend für die Entstehung dieses Buches. Die Beschreibung des Heroinhandels aus dem Goldenen Dreieck ist Vergangenheit. Die beschriebenen Umstände gelten heute nicht mehr und die Protagonisten sind meistens tot oder hinter Gittern.

Die meisten Menschen, denen ich nach den beschriebenen Ereignissen begegneten, fragten mich: „Wie hast du überlebt? Hast du tatsächlich…?“. Ja. Ich habe tatsächlich diese Leute getroffen, ja, ich war tatsächlich an den beschrieben Orten und ja, die Ereignisse fanden tatsächlich statt und ja, ich habe auf die bestmögliche Weise überlebt. Mehr noch, ich sehe mich als privilegiert, auf jene außergewöhnlichen Menschen zu treffen, die ich sonst nie kennen gelernt hätte. Auch sie hatten viele Grenzen durchbrochen: moralische, geografische, ideologische und vor allem die Grenzen der eigenen beschränkten Wahrnehmung.

Um den Inhalt besser zu verstehen, setzt es die Akzeptanz einer erweiterten Welt voraus. Über Empathie, Intuition und die richtigen Schlüsse daraus kann Magie erlernt werden, denn sie ist nur noch nicht entdeckte Wissenschaft und das Wissen der Schamanen kann erlangt werden. Das nennt sich: Das Versprechen der Kraft“.
 
Carlos Castaneda, ein Dozent für Anthropologie in Berkeley, USA lernte bei dem Schamanen Don Juan Matus die Zauberei. Castaneda fasst seine jahrelange Ausbildung in einer Buchreihe zusammen. Diese sind heute genauso kontrovers wie sie es zur Zeit ihrer Entstehung waren. Er beschreibt darin hierarchischer Reihenfolge die Stufen zum Wis-sen der Zauberer. 

Zu Beginn steht „der Jäger“, der Strategie, Taktik, Geschick und Improvisa-tionsvermögen in der freien Wildnis erlernt. Er lernt nicht nur, zu Überleben, sondern dies auf möglichst effiziente Weise zu tun. Hat er den Umgang mit der organischen, der materiellen Welt erlernt und gemeistert, erreicht er die nächste Stufe: er wird zum  „Krieger“. 


Was den Krieger zum Krieger macht, ist nicht nur der Kampf gegen die eigenen Überzeugungen, die ohne hinterfragt worden zu sein, übernommen wurden. Diese Überzeugungen, gefiltert durch  Erziehung, des Glaubens, der Moral und Erfahrung verdichten sich zu einer Erklärung der Welt, die für wahr, real und wirklich angenommen wird. Dies schließt natürlich viele Welten aus, die in einer einmal akzeptierten und erklärten Welt keinen Platz fänden. Durch ein bestimmtes Verhalten, „Pirschen“ genannt, erlernt der Krieger schrittweise den Zugang zu einer Welt der anorganischen Wesen – die Welt der Verbündeten, der Ahnen, der Geister und Dämonen.

Jeder Mensch handelt entsprechend seiner Natur - dies steht uns nicht frei. Was uns aber freisteht ist die Möglichkeit, über das eigene Handeln die volle Verantwortung zu übernehmen und so von Beginn an die Haltung des Opfers zu vermeiden. Sich als Opfer zu betrachten ist eine äußerst beliebte, weil bequeme Haltung.

Eine weitere seltsame, aber populäre Neigung des Menschen scheint das Vergnügen an Angst, Schmerz und Verzweiflung zu sein, besonders wenn diese stellvertretend erlebt werden. Man atmet tief durch und absorbiert die Leiden der Anderen, die ganze Zeit wissend, dass die eigenen Schwierigkeiten, so groß sie auch sein mögen, weit geringer sind als die der Charaktere in diesem Buch.
In diesem Sinne wünsche ich dem Leser viel Freude an der Sammlung von Erniedrigung, Mord und Totschlag.




VORWORT


Es ist völlig egal, wo und wann wir etwas tun, denn es hat keine wirkliche Bedeutung. Es ist nur die eigene Wichtigkeit, die unserem Handeln Bedeutung verleiht. Der Welt aber ist unser Handeln völlig gleichgültig. Nichts ist der Welt, die uns umgibt mehr wichtig oder weniger wichtig. Für sie ist alles Tun der Menschen gleich.

In der Welt, so wie sie ist, bleibt uns Menschen nur die Möglichkeit, Verantwortung über unser eigenes Verhalten zu übernehmen und zwar von der ersten Entscheidung an. Wir entscheiden uns zu handeln, nennen dies den An-fang und von da an gehen wir unseren Weg. Diejenigen aber – und das sind die meisten - die ihren Weg gehen ohne Verantwortung zu übernehmen von der ersten Entscheidung an, diejenigen verlieren meist bald danach das Heft aus der Hand. Sie sind die Opfer. Sie sind es, die mit ihrem Schicksal hadern und der Welt, die sie umgibt, die Schuld zuweisen. 

Ich will der Welt nicht noch ein Buch hinzufügen, das von diesen Opfern handelt, denn davon gibt es in der gesamten Literatur der Menschheit mehr als genug. Man könnte fast sagen, ohne die Opferhaltung gäbe es keine Ge-schichten, denn alle Geschichten bedingen diese Haltung. Besonders die Trivialliteratur lebt davon.
Dieses Buch handelt nicht von Opfern. Dieses Buch handelt von Männern, die von Anfang an die volle Verantwortung übernahmen über das, was sie zusammenbrachte. Deshalb will ich sie Krieger nennen, denn sie zögerten nicht, klagten nicht, schwelgten nicht in der eigenen Wichtigkeit und nahmen sich nicht ernst. Und diese Haltung, die Haltung eines Kriegers, ließ sie am Leben. 

All die anderen aber, die sich auf ihren Glauben, oder ihrem Schicksal ergeben auf Hilfe hofften, verließen die Arena geschwächt, trauma-tisiert, gebrochen oder tot. Man wäre ein Narr, wenn wir freiwillig den Weg eines Kriegers zum Wissen beschreiten. Sehr bald wäre die persönliche Kraft dahin und zurück bliebe nur ein Mensch, von Selbstzweifel geschwächt. Dies könnte man als den Beginn seines Endes bezeichnen. 

Für den Weg zum Wissen muss sich ein vernünftiger Mensch selbst überlisten und sich in eine Welt begeben, in der nichts vorhersehbar, nichts garantiert ist. Man muss sich in eine Welt aufmachen ohne die tägliche Routinen, eine Welt, die nicht berechenbar ist und die in tödlicher Langeweile endet. Jene, die sich festklammern am Alltag, kaum noch Chancen wahrnehmen, daraus auszubrechen und sich dennoch Krieger nennen, sie zählen nicht. 

Die aber, die noch die Chance auf eine Chance wahrnehmen und sie mit Kriegergeist zu nützen wissen, die Entscheidung treffen, Ver-antwortung darüber übernehmen und den Gefahren mit Zuversicht begegnen, diese sind gerüstet für den Weg des Kriegers, auf den noch tausende Entscheidungen und tausende Möglichkeiten warten. Diesen Weg in dieser Haltung zu gehen stärkt die persönliche Kraft. Ein solcher Mensch gewinnt, auch wenn der Sieg sich nicht am Reichtum misst – oft gerade darum. Dient der Reichtum meist nur der Eitelkeit und beschwichtigt die eigenen Ängste.

Angst ist ein Feind des Kriegers und sie springt ihn an, unerwartet, unvorbereitet. Sie wird es immer wieder tun, solange bis er sie überwindet und der Krieger seinem zweiten Feind begegnet: der eigenen Wichtigkeit. Sie ist oftmals sein größter Gegner denn sie ist eine Despotin. Sie will verteidigt werden. Die eigenen Überzeugungen müssen beschützt werden und wollen genährt und bestätigt werden. Es ist ein ständiger Kampf, der schwächt und schadet, schlussendlich aber völlig sinn- und bedeutungslos ist. Man blutet förmlich aus für Nichts. 

„Ein Krieger sieht sich bereits als tot, darum hat er nichts zu verlieren. Das Schlimmste ist ihm bereits geschehe, darum bleibt er klar und ruhig; nach seinen Taten oder seinen Worten zu urteilen, käme niemand auf den Verdacht, dass er alles miterlebt hat.“ 
Aus  „Der Ring der Kraft“

INHALT
PROLOG
1. DER PLATZ
2. DER TANZ
3. DER TOD
4. DIE JÄGER
5. DIE ARBEIT
6. DAS GANJA
7. DIE RUBINE
8. DAS OPIUM
9. DIE ERNTE
10. DIE REISE
11. DER HANDEL
12. DER VULKAN
13. DER BEGINN
14. DAS GERICHT
15. DAS RITUAL
16. DER DRECK
17. DIE FLUCHT
18. DAS URTEIL
19. DIE ARENA
20. DAS LEBEN
21. DER OFFIZIER
22. DAS OPFER
23. DAS SPITAL
24. DER STURM
25. DER VERRÄTER
26. DER KILLER
27. DER VOLLSTRECKER
28. DER WARLORD
29. DER KÄMPFER
30. DER BUNKER
31. DER SAMURAI
32. DER TYRANN
33. DER ZWINGER
34. DER KRIEGER
35. DAS ENDE
EPILOG
BILDER
PROLOG 

„Immer wenn sich ein Mensch anschickt zu ler-nen, muss er sich anstrengen, so sehr er kann, und nur seine eigene Natur bestimmt die Grenzen seines Lernens. Darum ist es sinnlos, über das Wissen zu reden. Furcht vor dem Wissen ist nur natürlich, wir alle erfah-ren sie und wir können nichts dagegen tun. Doch ganz gleich, wie Furcht gebietend das Lernen ist, der Gedanke an einen Menschen ohne Wissen wäre noch furchtbarer.“              
Aus "Die Lehren des Don Juan"

All jene, denen ich begegnete, hätten ihre Geschichte erzählen können, ohne mich auch nur zu erwähnen, von so geringer Bedeutung war meine Anwesenheit oder gar mein Einfluss auf sie. Umgekehrt jedoch ist es mir nahezu unmöglich, meinen eigenen Weg auszuklammern wenn folgende Geschichte keine reine Reportage bleiben sollte. 

Irgendwo hat jede Erzählung ihren Anfang und diese will ich mit der ersten einer Reihe von außergewöhnlichen Begegnungen be-ginnen.  

Auf der Insel gab es Plätze, die den Bewohnern unheimlich waren. Wenn dennoch Leute eine Reise in den Norden wagten und wieder zurückkehrten, waren sie oft nicht wieder zu erkennen. Manche erzählten von Menschenjagd in den Bergen und Sklavenhandel an einem Ort, der „Dunkles Loch“ genannt wurde.

Hier im Süden der Insel legte alle paar Tage eine Fähre an. Pfahlbauten reihten sich entlang einer wenig befahrenen Sandpiste.  Ein einzelner Stromgenerator tuckerte irgendwo hinten im Wald und in der schwülen Morgenluft hing der blaue, süße Rauch glosender Kokosschalen. 

Ich lebte lange genug in jener Region, um den gutturalen Dialekt der Einwohner einiger-maßen zu verstehen. Im Laufe des Vormittags erstand ich von den Fischern etwas Reiskuchen, getrockneten Salzfisch und einige Flaschen Trinkwasser. Der Besitzer eines neuen, soliden Pickup-Trucks erklärte sich bereit, mich für wenig Geld bis zum Pass zu fahren.

Der Weg folgte zuerst einer sandigen Piste durch kurzes Gras und verlief in vielen Kurven zwischen Palmen, einigen Hütten und Buschwerk vorbei. Der Wald wurde dichter, die Häuser spärlicher. Wie grüne Kaskaden hingen Schlingpflanzen von den Bäumen. Blühende Bougainvilleas unterbrachen das üppige Grün, Bananenstauden ließen ihre vom Wind zerfetzten Blätter wie Flaggen über die Fahrbahn hängen. Die Piste war ausgefahren, tiefe Spurrillen, in denen das Wasser des letzten Regengusses stand, erschwerten die Fahrt mit jedem Kilometer. Der Fahrer gab schließlich auf. Ich folgte der Piste zu Fuß und erreichte gegen Abend die Passhöhe.

Auf hohen Bambusrohren hingen fahle, zerschlissene Gebetsfahnen und flatterten im böigen Abendwind. Darunter standen Dutzende hölzerne Phalli. Einige waren nur wenige Zentimeter hoch, kaum sichtbar im dichten Gras, andere wiederum maßen über zwei Meter. Die Totems ähnelten in Meditation erstarrten Mön-chen mit Kapuzen. Von einigen Bäumen hingen „Ta-leos“, komplizierte, sechseckige Gebilde aus Bambus, in denen sich die tückischen Berggeister verfangen sollen. Die Ta-leos schwangen im Abendwind und sahen gespenstischer aus als die Berggeister selbst.

Von den Bergen übertönten die Rufe der Affen das schrille Zirpen der Zikaden. Die Nacht senkte sich rasch herab, doch das Licht des fast vollen Mondes reichte aus, um immer wieder vage  Bewegungen in den Büschen und im dichten Laubwerk des Waldes auszumachen. Vitali-tät, Leben um mich herum - Nachtvögel und Fledermäuse flitzten an mir vorbei. Nachtfalter, groß wie Handteller schwebten von einem leisen Lufthauch getragen. Gräser zitterten und ver-schiedene Gerüche trug der Wind mir zu, allen voran den süß-rauchigen Duft eines Mondstrauchs, dessen Blätter zu leuchten schie-nen. Nur die Phalli, die ein Symbol von Virilität und Lebenskraft sein sollten, wirkten starr und leblos. Totes, vertrocknetes Holz.

Das unbestimmte Gefühl aber, hier nicht allein zu sein, verließ mich die ganze Nacht hindurch nicht. 

DER GEIST DER WELT


THE SORCERER

Das Wesen des Geistes

Der Geist der Welt ist von dieser Welt, durch diese Welt, mit ihr und in ihr. Er ist nicht universal. Und er zieht gnadenlos sein Ding durch, das, was wir Schicksal nennen. 

Der Geist der Welt hat zunächst und zutiefst das Bewusstsein eines immerwährenden Friedens wie es etwa die Kristalle haben. Und er versteht die enormen Kräfte, die es braucht, kristalline Strukturen zu vernichten. Nur er selbst wäre sein eigener Zerstörer und das würde den gesamten Planeten von Materie in Energie verwandeln.

Dann empfindet der Geist die polare Welt: das Einsaugen und Ausstoßen, das Licht und den Schatten, Wachstum und Ruhe,... Und in diesem vollen Verstehen der waltenden Ursachen und Wirkung empfindet der Geist der Welt auch das Reich der Pflanzen, das Reich der Winde und der Meeresströmungen.

Mit seinem Willen trägt er auch die Verantwortung für Alles, was von ihm ausgeht. Er übernimmt aber keinerlei Verantwortung für irgendetwas anderes. Im diesem Verständnis, im mitleidlosen Mitempfinden aller Kreaturen, die mit dem Rücken zum Himmel weisen, wirkt er, ohne zu werken, denn in seinem Verständnis sind die Kräfte immer ausgewogen..
Dieses Bewusstsein, sein bewusstes Sein, ist so enorm und intensiv, es würde jeder Beschreibung spotten. Er empfindet die Welt mit allen, wirklich allen Sinnen die Mineralien und Pflanzen besitzen, darüber hinaus empfängt und empfindet er die Welt durch sämtliche Sinne, die alle lebenden Tiere zusammengenommen haben. Jetzt.

Und dann kommen wir dorthin, wo das beginnt, was wir "Ich","Bin".und "Mensch" nennen. Die einzige Möglichkeit, sich diesem Geist der Welt zu nähern ist halb Tier, halb Mensch zu sein, denn ein Tier würde niemals die Fehler eines Menschen begehen. Mit Eigenschaften und Fähigkeiten aus dem Reich der Tiere, aber auch mit dem Verstand des Menschen gerüstet, so wie es manche Krieger-Schamanen tun.

Die Frage, ob unsere Welt, wie wir sie kennen, untergeht, ist wahrscheinlich so alt wie die denkende Menschheit selbst. Sie verändert sich, das ist gewiss. 
Für den einen zu schnell. für andere zu langsam. Das ist subjektiv und der Welt völlig egal. Sowie der Welt das Schicksal der Menschheit egal ist und das, obwohl wir diese Zeit das Anthropozän nennen. Selbstherrlich nennen wir es das Zeitalter des Menschen. Ja, wir können stolz sein auf all die Veränderungen, die wir an unserem Planeten  vorgenommen haben: 

Immer weniger Arten, dafür immer mehr Menschen. Immer mehr Bedürfnisse, die wir mit immer mehr Katastrophen bezahlen. Aber auf Zerstörung folgt Aufbau. Nichts bleibt, wie es ist, einzig der Wandel bleibt. Und dessen einzige Eigenschaft ist die größtmögliche Beweglichkeit.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Erstarrtes unter die Räder kommt, vergeht. Einfach deshalb, weil die Welt eben nicht starr ist. Auch wenn manche die Welt gerne als einen verlässlichen Partner sehen würden:  immer da, immer gut, und immer unter Kontrolle. Die Welt ist nicht so.

Der Welt ist das doch völlig egal, wie wir sie gerne hätten. Sie wandelt innerhalb ihrerer eigenen Gesetze und eines dieser Gesetze ist sicher: Die Kräfte der Welt halten sich die Waage. Immer und erbarmungslos.

Das ist nicht das Entscheidende. Das Entscheidend ist, WIE sich die Kräfte begegnen, auf welche Weise. Das geht von absolut tödlich bis hin zur völligen Hingabe. Die Wahl liegt dabei auch beim Menschen. Nachbarn können sich bekriegen oder lieben.

Findet der Ausgleich der Kräfte -   bezogen auf einen bestimmte Region, einen Ort - nicht gleichzeitig statt, dann eben zeitlich nebeneinander. Was bedeutet. Vorher und nachher, früher oder später. Und dann kehrt sich das Eine in sein Gegenteil um. 


Das Komplementärprinzip

Dieses allumfassende Prinzip erhält das Gleichgewicht der Pole aufrecht - unabhängig davon, was Menschen tun oder nicht tun. 
Dieses Prinzip addiert alle Veränderungen zur Unveränderlichkeit.

Da die Polarität die Unfähigkeit mit sich bringt, die beiden Aspekte einer Einheit gleichzeitig zu betrachten, zwingt sie somit zum Nacheinander, wodurch die Phänomene "Raum", "Rhythmus" und "Zeit" entstehen.

Das "Sowohl-als-auch" wird somit in ein Entweder-Oder zerlegt und über den Umweg Zeit zwingt dieses Komplementärprinzip nach Verwirklichung eines Pols den Gegenpol in die Manifestation. Aber: Ohne die entsprechende Affinität kann es niemals zu einer Manifestation kommen. 

Ein Beispiel: Atomkraft - Tschernobyl - Super-GAU

Heute ist das Gebiet ein Paradies für Wildtiere. Sie vermehren sich dort prächtig und ungestört. So wird auch das Gebiet um Fukushima irgendwann einmal ein Nationalpark mit begrenzter Aufenthaltsdauer für Besucher sein.

Es ist das große Geheimnis, 

das zu unserer Zeit jeder Wissende kannte: 
die Menschen schaffen die Welt, die sie umgibt, 
durch das, was sie denken, jeden Tag neu.

Oder man liefert sich aus, lässt meinetwegen Gott die Verantwortung tragen, er wird es schon richten. Und der Mensch macht sich die Erde weiterhin untertan. Was das bedeutet, ist jedem hinreichend bekannt. Es bedeutet vor allem eins: jede Menge Opfer:

In der Antike die Römer: sie machten das Mittelmeer zu ihrer Badewanne. Die Wikinger taten es ebenfalls und nahmen sich den Atlantik dazu. Die Kreuzritter machten Levante und den Nahen Osten unsicher.Die spanischen Konquistadoren nahmen sich Mittel- und in Südamerika.Vom Sklavenhandel in Afrika bis zur Apartheit in Südafrika.Europäische Siedler rotteten american und australian Natives aus.Nicht zu vergessen: Napoleons Feldzug gegen Russland.Die Kolonialmächte: Die Briten und die East India Company.Mit Hitler und die USA gegen den Rest der Welt ist die Liste vorerst mal vollständig. Alles aus einem einzigen Grund: Gewinnmaximierung, auch Gier genannt.

Und die Gier wurde und wird natürlich schön begründet oder bemäntelt: entweder man schürt Angst vorm Nachbarn, der dann mit allen kriegerischen Mitteln, unbedingt und am besten im Namen .........(* gewünschtes bitte eintragen: z.B. "Gottes","des Kaisers",...) bekämpft werden muss. Beliebt bei Machtkämpfen sind auch die "für" - Floskeln: "für Freiheit", "für´s Vaterland", etc.

Wie es sich damit verhält, dazu könnte die Novelle 
"SHARIDAH - der Marktplatz der Dämonen" 
einen neuen Denkansatz bieten.




Der Weg zum Geist der Welt 

Man kann sich ihm nähern: Dies geschieht, wie alles, durch Verstehen und Verständnis und durch Empathie. Je gelassener, desto eher erhascht man schon den ersten leichten Kontakt mit ihm. Es fühlt sich an wie wenn sich ein großer Kreis der Erkenntnis schließt. Für manche, die sich besonders angestrengt, kasteit, verrenkt oder sich selbst sogar gepeinigt haben, fühlt es sich wie eine äußerst erhebende und befreiende Erleuchtung an. Die zählen nicht, denn meist schwelgen sie sofort in ihrem vermeintlich einzigartigen Erlebnis, sind zu Tränen gerührt, manche gar hysterisch. Das Gegenteil von Gelassenheit und ganz weit weg vom kristallinen Frieden. 

Jene aber, die die Chance auf eine Chance erkennen, sie wahrnehmen und ihr folgen, diese leben dann in dieser Erkenntnis. Sie können nicht anders, denn diese eine Erkenntnis brennt sich ein bis in die jüngste Zelle. Und egal, wie sie zur Entscheidung kommen, es wird immer eine sein, die sie näher dem Geist der Welt bringt. Sie müssen glauben, denn das Licht der Erkenntnis - es ist aber genau so gut der Schatten seiner Kraft - geht nur einmal über jeden hinweg. Entweder man folgt ihm oder bleibt zurück. Für immer, denn eine zweite Chance gibt es nicht. Nicht mehr in diesem Leben. 

Irgendwann begegnen wir unseren wahren Feinden. Die Wahl, wann es soweit sein wird, liegt dabei bei den Feinden. Die Angst ist so ein Feind. Sie springt irgendwo und unverhofft hervor und so manchen hat sie schon zur Strecke gebracht. Verstehen, Verständnis und Mut besiegt diesen Feind. Irgendwann und für immer. Hat man seine persönlichen Ängste endlich besiegt, auch die Todesangst, und ist man mit seinem eigenen persönlichen Tod vertraut, hat ihn vom Feind zum Freund gemacht, der als einziger den menschlichen Geist beruhigen kann wenn er flüstert: "Noch habe ich dich nicht berührt.", dann ist man frei und gelassen im Urvertrauen, denn seinem ärgsten Feind ist man schon begegnet. 

So ist der Krieger bereit, sich seinem nächsten Feind zu stellen. Und jeder, der seinem Tod auf bestimmte Weise begegnet ist, wird sich bewusst, was es heißt, ein Krieger zu sein. Nicht nur die Erkenntnis der völligen Einsamkeit trifft den Krieger wie ein Schock. Ein Schock, mit dem er fertig werden muss, denn es warten noch jede Menge Feinde am Weg zum Geist der Welt.

Es gibt eine Haltung, die schon sehr früh in der Geschichte erkannt wurde und von einem alten Volk und dessen Weisen in Worte gefasst wurde.

TAO TE KING 

Lao Tzu

Wer da sagt: schön, schafft zugleich: unschön.
Wer da sagt: gut, schafft zugleich: ungut,
Bestehen bedingt: nicht bestehen,
verworren bedingt: einfach,
hoch bedingt: nieder, 
laut bedingt leise, 
bedingt bedingt: unbedingt, 
jetzt bedingt: einst.

Also der Erwachte: 
Er wirkt, ohne zu werken, er sagt, ohne zu reden.
Er trägt alle Dinge in sich, zur Einheit beschlossen.
Er erzeugt, doch besitzt nicht; er vollendet Leben,
beansprucht nicht Erfolg.
Weil er nicht beansprucht, erleidet er nie Verlust.


Auch YANG DSCHU sagte Ähnliches:


Wer Gutes tut, tut es wohl nicht um des Ruhmes Willen,

aber doch wird ihm der Ruhm folgen.

Der Ruhm hat an sich nichts mit Gewinn zu tun,

aber doch wird ihm der Gewinn folgen.

Der Gewinn hat an sich nichts mit Streit zu tun;

aber doch wird sich der Streit an ihn heften.

Darum hütet sich der Edle, Gutes zu tun.